Besuch der 6. Klasse im Schloss Hartheim

Sich an eine Gedenkstätte wie Schloss Hartheim zu begeben, bedeutet eine direkte Konfrontation mit den grausamsten Verbrechen, die Menschen begehen können. So geschehen in den Jahren 1940 bis 1944, als 30 000 Personen mit körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet wurden.

Die 6. Klasse des RG Lambach besuchte mit Prof. Trefflinger und Prof. Brandl am 20. 9. 2018 den Lern – und Gedenkort mit der Ausstellung „Wert des Lebens“ und erarbeitete im Rahmen eines Workshops Antworten auf Fragen, die um „Die Macht der Sprache“ kreisten. Die SchülerInnen analysierten Beileidsschreiben an Hinterbliebene der Euthanasieopfer, untersuchten, wie die Täter der NS – Zeit vor Gericht über die begangenen Morde sprachen, wie Menschen mit Behinderung heute über ihre eigene Beeinträchtigung denken und reflektierten über diskriminierende Sprache im Internet.

Die Exkursion bot viel Stoff zum Nachdenken und forderte auf, zwischen Vergangenheit und Gegenwart Zusammenhänge herzustellen sowie eigene Gedankengänge und Verhaltensweisen zu hinterfragen.

Wenn auch die Erwartungen in Bezug auf den Workshop vielleicht zu hoch waren, so wurden sie in einem anderen Punkt vollends erfüllt. Beim Durchschreiten der Tötungsräume, dem Nachempfinden der letzten Schritte Tausender Menschen in einen qualvollen Tod und beim Betrachten der Habseligkeiten der Opfer war die Betroffenheit der SchülerInnen mit Händen zu greifen …

 

Text und Foto: Mag. Ingrid Brandl

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