Buchtipp des Monats

Das Institut der letzten Wünsche

November 2019

Antonia Michaelis: Das Institut der letzten Wünsche          (ab 13/14)

                                   München: Droemer 2015

                                   496 S.; € 20, 60

Die renommierte deutsche Autorin begibt sich mit diesem Buch auf ein sensibles Terrain. Das Institut der letzten Wünsche ist definitiv dazu da, um eben diese Sehnsüchte todgeweihter Menschen zu erfüllen, und seien sie noch so ausgefallen.

Die ehemalige Onkologin Ingeborg und die unkonventionelle Medizinstudiumabbrecherin Mathilda organisieren Weihnachtsfeiern im August, nächtliches Schwimmen im April im eiskalten Fluss oder einen letzten Auftritt als Radiomoderator, wofür ein ganzes Aufnahmestudio ins Krankenzimmer verlegt wird. Voraussetzung dafür ist ein ärztliches Attest, das bescheinigt, dass der Klient/die Klientin voraussichtlich nur mehr ein halbes Jahr zu leben hat.

Eines Tages steht der 40-jährige Jurist Birger Raavenstein vor der Tür, der Mathilda bittet, seine Ex-Freundin und ihr gemeinsames Kind zu finden, bevor er die Welt für immer verlassen muss. Keine leichte Aufgabe, da nichts so ist, wie es scheint und Mathilda für ihren Klienten mehr empfindet, als gut ist. Und dann wird das Institut auch noch mit dem Vorwurf der Sterbehilfe konfrontiert …

Wer sich auf diese Thematik einlässt, wird mit einem Buch belohnt, das viele Überraschungen und interessant gezeichnete Figuren bereithält, das schön und traurig, nachdenklich und humorvoll zugleich ist.

Mein Tipp: Taschentücher sollten in Reichweite sein!

Mag. Ingrid Brandl

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